08.022012 22:00
ACT woche «piano piano»
1. set: JENS THOMAS
2. set: VERNERI POHJOLA QUARTET
20 years celebration of ACT Music
modern jazz
1. set: jens thomas
special guest: verneri pohjola

2. set: verneri pohjola (tp) aki rissanen (p) antti lötjönen (b) joonas riipa (dr)

JENS THOMAS
«Jens Thomas lässt niemanden in Ruhe, weder sein Klavier, noch die Jazzgeschichte, noch sein Publikum, und schon gar nicht sich selbst,» resümiert die Frankfurter Rundschau. «Alles wird zu etwas Neuem kompostiert» fügt die ZEIT hinzu und der Kölner Stadtanzeiger bezeichnet ihn wegen seines Individualismus und unkonventionellen Spiels gar «als Jimi Hendrix des Flügels.» Jens Thomas kompromisslose Suche nach neuen Wegen führt ihn 2000 mit «You Can`t Keep A Good Cowboy Down» zu dem Filmkomponisten Ennio Morricone. Wann immer Thomas mit bekanntem Songmaterial umgeht, macht er sich dieses ganz zu Eigen. Er covert nicht, sondern gibt den Stücken einen ganz neuen Charakter und Ausdruck. So auch bei «Speed of Grace.» Nicht laut und rockig, sondern balladesk und ganz intim erklingen AC/DC. Aus Hardrock wird lyrische Kammermusik, werden total herunter gedimmte, impressionistische, bis auf das Grundgerüst völlig improvisierte Balladen. Jens Thomas überrascht zudem als außergewöhnlicherm Sänger. Völlig autodidaktisch entwickelte er einen eigenen Gesangstil, in dem sich Falsett- und Obertongesang mit kräftigem Rockbass mischen. So fragil und melodramatisch haben Sie die australischen Hardrocker sicher noch nie gehört.

VERNERI POHJOLA
Pohjola – ein Name mit Symbolkraft für Finnland. Es ist der Hauptort in dem berühmten Nationalepos «Kalevala» und der Nachname einer der bekanntesten Jazzmusikerfamilien des Landes. Mit seinem ACT-Debüt «Aurora» sorgte der Trompeter Verneri Pohjola im Januar 2011 auch außerhalb seiner Heimat für Aufmerksamkeit. Mit seinem neuen Album «Ancient History» beweist Pohjola umso mehr, dass er für die internationalen Bühnen geschaffen ist. Im Mittelpunkt steht Pohjolas markanter Trompetenton. Der ist zunächst meist verhalten, paart die Coolness eines Miles Davis mit einem fahlen, heiseren, mitunter sehr metallischen Dialekt, beherrscht aber auch alle möglichen Artikulationswechsel und kann sich auch mal kraftvoll zu hymnischen Höhen aufschwingen. Was überraschend und spontan klingt, ist wohl durchdacht, nicht nur die einzelnen, oft recht lange ausgearbeiteten Stücke, auch die Komposition des ganzen Albums. Im Gegensatz zu seinem Debüt-Album setzt er auf die Intimität der Quartettbesetzung, alles Weggefährten Pohjolas: «Ich wollte eine Band haben, die ich wirklich gut kenne. Ich wollte so live wie möglich klingen. Und mit den Jungs auf dem Album spiele ich seit über zehn Jahren zusammen. Wir kennen uns in- und auswendig.»